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Archive for the 'Iran/Iraq' Category

Peter Mersch: Ich beginne zu glauben, dass es wieder Krieg geben wird. Was die Systemische Evolutionstheorie über unsere Zukunft verrät. 2011: Books on Demand GmbH.

Monday, December 12th, 2011


In seinem neuen Buch
gibt Peter Mersch einen kurzen Abriss seiner Systemischen Evolutionstheorie und wendet sie auf verschiedene akute Probleme der Politik und Wirtschaft an. Im letzten Abschnitt “Was tun?” schliesst er, dass die “bislang noch fehlende Beherrschbarkeit der Bevölkerungsentwicklung das vermutlich wichtigste offene globale Problem” überhaupt ist (Seite 224). Aber das Streben der Individuen nach Kompetenzerhalt “unterbindet gruppenweit optimale Lösungen” (Seite 225). Wichtig: “der Mensch ist längst nicht mehr die Krone der Schöpfung, sondern die menschlichen Superorganismen –insbesondere die globalen Konzerne- sind dies jetzt. Superorganismen streben als selbstreproduktive Systeme danach, ihre eigenen Kompetenzen zu reproduzieren. Sie arbeiten folglich primär nicht für den Menschen, sondern in erster Linie für sich” (Seite 210). Mersch schlägt einige Rezepte zur Entschärfung der Fehlentwicklungen vor, ist im Grunde aber pessimistisch, dass sich die Situation in demokratischen Staaten ändern lässt. Es muss “erst wieder gehörig krachen”, um zum Andershandeln bewegt zu werden (Seite 195). Auf jeden Fall aber, wenn es noch Hoffnung gibt, müssten die Entscheidungsträger lernen, system-evolutionär zu denken.

Die Grundzüge der Systemischen Evolutionstheorie wurden bereits an anderen Stellen besprochen, ebenso sein Familienmanager-Vorschlag, und sollen hier nicht erneut diskutiert werden. Ich beschränke mich auf die Kritik einiger besonders interessanter Gesichtpunkte.

Das Buch sollte Pflichtlektüre für Politiker und Wirtschaftswissenschaftler sein, die ihren Horizont über gängige Paradigmen hinaus erweitern wollen. Es ist klar geschrieben und macht viele Entwicklungen in der Wirtschaft und Politik anhand einfacher Beispiele beeindruckend klar. Vor allem wird überzeugend dargestellt, dass nur ein evolutionärer Ansatz Generationsgerechtigkeit begründen kann. Die Darstellung überzeugt in vieler Hinsicht, obwohl ich nicht mit allem einverstanden bin.

Einige Einwände bezüglich der Kompetenzerhaltung, der Intelligenz, der stabilen evolutionären Gleichgewichte, der Nischenbildung, unter anderem, werden im folgenden kurz besprochen.

1) Erhalt der Kompetenzen. Peter Mersch sieht den Kompetenzerhalt, die Vermeidung des Kompetenzverlustes, als Grundeigenschaft des Lebens an. Ist das wirklich so, oder sollte es nicht vielmehr die Kompetenzsteigerung sein? Immerhin muss man im Spiel der Red Queens laufend etwas über das Ziel hinausschiessen, um nicht ins Nachtreffen zu geraten. Hält man gerade so mit, besteht die Gefahr, auf Grund stochastischer Umweltschwankungen irgendwann einmal ins Jenseits befördert zu werden. Die Evolutionsakteure sind “aktiv” und reagieren nicht nur passiv auf was die Nachbarn tun. Und mir scheint (oder es ist zumindest denkbar), dass diese Eigenschaft vielleicht nicht neu für jede Art erworben wird, sondern bereits in der evolutionären “Ur”geschichte entstanden ist, um dann an alle Nachkommen weitergegeben zu werden. Wahrlich ein generelles Lebensprinzip. – Dagegen schreibt Mersch jedoch (Seite 61): “Lebewesen versuchen nämlich vor allem, ihre Kompetenzen zu bewahren beziehungsweise Kompetenzverluste zu vermeiden, nicht jedoch sie ohne Not gegenüber anderen auszuweiten oder gar andere zu übervorteilen. Dies geschieht im Allgemeinen nur, wenn entsprechende Verhältnisse vorliegen.” Der letzte zitierte Satz lässt allerdings eine Hintertür offen, anscheinend doch manchmal Übervorteilung.

2) Intelligenz. Ich bin kein Intelligenzforscher und meine Bemerkungen sind daher mit Vorsicht zu geniessen. Jedoch: es ist zumindest fraglich, dass die Intelligenz, wie von manchen behauptet, durch ein einziges Gen begründet ist (was Mersch übrigens nicht behauptet). Dagegen sprechen zum Beispiel die Intelligenztests, die unterschiedliche Aspekte der Intelligenz (verbale, räumliche Perzeption, abstraktes Denken usw.) messen, deren Ergebnisse oft aber nicht unbedingt positiv miteinander korreliert sind (Seite 69). Dazu kommt noch die Möglichkeit eines Heterosiseffektes. Dies hat zur Folge, dass man an die Abschätzung der Intelligenz in Populationen (IQ) mit grosser Vorsicht herangehen sollte. Was die Pisatests anbetrifft, die von manchen als Quelle ihrer Überlegungen benutzt werden, so scheint es mir zumindest fraglich, dass sie tatsächlich als zuverlässige Quelle für erbliche Intelligenz benutzt werden können.

3) Wie viele hoch intelligente Leute benötigt ein Land?
Es fällt auf, dass mit Durchschnittswerten von IQ gearbeitet wird. Aber wie viele Quantumphysiker, Mathematiker usw. benötigt ein Land? Wäre es nicht zumindest ebenso wichtig, sich auf die Intelligenzentwicklung der “Eliten” zu kümmern. In anderen Worten, solange die “Eliten” funktionieren, kann der Rest ruhig ein bisschen absinken, was allerdings auf eine aristokrastische und nicht eine demokratische Struktur hinausliefe. Und wie lange liefe das gut? – Der eben geäusserte Gedanke dürfte bei Gleichheitsfanatikern kaum auf Gegenliebe stossen; sie sollten in erster Linie daran interessiert sein, die Durchschnitts-Intelligenz hochzuhalten. Aber tun sie das? Zumindest nicht mit Erfolg versprechender Methodik, wie im Buch ausreichend klar gemacht.

4) Optimierung. Einige Ökologen sind der Ansicht, das seine Optimierung wegen der grossen Umweltvariabilität garnicht möglich ist. Das gleiche sollte man beim Menschen erwarten. Was heute nützlich ist, ist es morgen nicht mehr, und dass kann sich natürlich auch auf die Intelligenz beziehen. In diesem Zusammenhang ist es interessant, dass einige Ökonomen die Ökonomie als die “Wissenschaft von der Optimierung der individuellen Bedürfnisbefriedigung bei knappen Ressourcen” definieren (Seite 212).

5) Nischenbildung. Sie ist nicht immer eine Folge des Konkurrenzkampfes um begrenzende Ressourcen, sie ist oft ein Mechanismus zu einer wirksameren Fortpflanzung (Treffen von Geschlechtspartnern). Sollte es zutreffen, dass der Nischenraum weitgehend leer ist, kann Nischenbildung rein zufällig ohne Zwischenwirkung mit Konkurrenten erfolgen.

6) Begrenzende Ressourcen und leere Nischen
. Bekannte Ökologen haben schon vor einiger Zeit gezeigt, dass zahlreiche Tierarten die von ihnen benötigten Ressourcen selten oder niemals selbst annähernd erschöpfend ausnutzen. Der Nischenraum ist weitgehend leer.

7) Vorraussagbarkeit evolutionärer Prozesse.
Mersch schreibt (Seite 169): …”Wenn es uns gelingen könnte, auch in den evolutionären Prozessen Redundanzen und Regelmässigkeiten zu entdecken, die uns einen ersten Einblick in die sich ankündigende evolutionäre Zukunft vermittelten, dann hätten wir wesentliche Kompetenzen hinzugewonnen. Ein häufiger Einwand ist, dass sei prinzipiell nicht möglich, da für evolutionäre Prozesse gerade deren Zufälligkeit und Unbestimmtheit charakteristisch sei. Nun ich denke, das vorliegende Buch dürfte diese Auffassung restlos widerlegt haben. Evolution verläuft zwar letzlich zufällig und unbestimmt, jedoch nur bedingt. Und genau hier liegen die Chancen.” — Die Formulierung des letzten Satzes lässt verschiedene Interpretationen zu. Jedoch scheint mir, dass in Hinblick auf nichtlineare und chaotische Prozesse in der evolutionären Ökologie Voraussagen zumindest ausserordentlich schwierig und nur für die unmittelbare Zukunft möglich sind. Das gleiche dürfte für die menschliche Zukunft gelten. Man kann sich ja alle möglichen Szenarien vorstellen: schwarze Schwäne können unsere Wunschvorstellungen leicht über den Haufen werfen.

8) Evolutionsgeschichte und die Bedeutung der Konkurrenz.
Lebewesen schaffen sich viele ihrer Ressourcen weitgehend selbst, obwohl sie dafür natürlich leblose anorganische Mineralien usw. benötigen. Die Sauerstoff-Atmosphäre wurde von den Lebewesen selbst geschaffen, um nur ein Beispiel zu nennen. Mir scheint, dass vor vielen Millionen Jahren die wenigen primitiven Mikroben mit grosser Wahrscheinlichkeit gerade mal so an einigen wenigen Stellen überlebten. Zum jetzigen Zeitpunkt sind in den am weitesten fortgeschrittenen Habitaten, den Tropen (wegen der schnelleren Evolution bei hohen Temperaturen) nicht nur die grösste Biodiversität, sondern auch die grösste Anzahl leerer Nischen zu finden (was direkt dem Gleichgewichtsparadigma der traditionellen Ökologie widerspricht). Konkurrenz ist also in fortgeschrittenen Ökosystemen relativ weniger häufig als in “primitiveren”.


9) Stabile evolutionäre Gleichgewichte.
Mersch schreibt (Seite 191), “aus evolutionstheoretischer Sicht können die Konzepte der fortwährenden Kompetenzbewahrung, der Generationsgerechtigkeit und der evolutionär stabilen Strategie als weitestgehend synonym betrachtet werden”. Hierzu ist wichtig festzustellen, dass evolutionär stabile Strategien in biologischen Systemen eher die Ausnahme als die Regel darstellen. Unter anderem können sie sich nicht entwickeln, weil ihnen die Umweltvariabilität einen Strich durch die Rechnung macht.


10) Ursachen der Weltkriege
. Mersch erklärt die beiden Weltkriege durch die relativ rasche Zunahme der Bevölkerungsdichte (“Bevölkerungsexplosion”) in Europa und insbesondere im damaligen Deutschen Reich und untermauert dies durch einige quantitative Angaben (Bevölkerungszahlen zu Beginn des 19. Jahrhunderts bis kurz vor dem ersten Weltkrieg, und Auswanderung nach Amerika). Die Auswanderung erfolgte zumindest nicht ausschliesslich wegen Überbevölkerung. Irland hatte etwa die gleiche Zahl von Auswanderern wie Deutschland trotz der viel kleineren Bevölkerung, was sicherlich durch die Hungersnot dort verursacht war; für Deutschland fällt auf, dass der Höhepunkt der Auswanderung kurz nach der mislungenen Revolution 1848 war, was anzudeuten scheint, dass es sich um eine Reaktion darauf handelte. Ausserdem, in Amerika wurden im 19. Jahrhundert Einwanderer aktiv angeworben, vor allem dadurch, dass Land in grossem Rahmen zur Verfügung gestellt wurde, und die Bevölkerungsdichte in Deutschland hatte durch den enormen Rückgang im Dreissigjährigen Kriege, dem Siebenjährigen Krieg und den Napoleonischen Kriegen zu Anfang des 19.Jahrhunderts kaum ihre volle “Kapazität” erreicht. Der verzeichnete Anstieg im 19. Jahrhundert ist deshalb kein überzeugender Beweis für eine Überbevölkerung. – Dass andere Ursachen als Überbevölkerung Ursachen von Expansion sein können, wird zum Beispiel auch durch die Kolonisierung Amerikas durch Spanien gezeigt, die unmittelbar nach Eroberung des südlichen Spaniens durch die Christen im 15. Jahrundert stattfand. Waren die französischen Aggressionen unter Ludwig XIV (Strassburg usw.) wirklich die Folge von Bevölkerungsdruck? Oder handelt es sich hierbei um “aktive” Prozesse, sozusagen einen “Expansionsdrang”, und nicht um “passive”, durch Überbevölkerung erzwungene. Also wieder, wie oben bereits angedeutet, Evolutionsakteure sind nicht passiv sondern aktiv, einem inneren Expansionsdrang folgend. Es ist viel spekuliert worden, aber niemand kennt all die Hintergründe, die zur Völkerwanderung, zur Mongolenexpansion, zur Arabisierung des Nahen Ostens, Persiens, Spaniens und Nordafrikas führten, um nur einige Beispiele zu nennen, aber ich vermute, dass ganz einfach ein Drang zur Expansion und zur Kolonisierung zumindest mitbeteiligt war. – Was die Möglichkeit zukünftiger Kriege anbetrifft, es ist wahrscheinlich und fast sicher, dass dahinter, wie schon bei den Kriegen im Iraq, Afghanistan und Libyen und früher beim Umsturz Mossadeqs im Iran, Überlegungen zur Ressourcensicherung, vor allem des Öls stehen werden. Aber kann man den Zugang zu diesen Rohstoffen nicht billiger durch Handel erreichen? Und ferner, kann Ressourcensicherung nicht besser durch Entwicklung neuer Energiequellen erreicht werden? Mir scheint, dass die Politik hier von falschen Vorstellungen der evolutionären Ökologie und insbesondere des Darwinschen Paradigmas (knappe Ressourcen, Kampf ums Dasein) beeinflusst ist. Im Grunde handelt es sich nicht um Knappheit der realen Ressourcen, sondern der virtuellen Ressourcen, d.h. wie sie sich so im “Geiste” der Politiker darstellen. Nicht zu nennen die Interessen des Militärisch-Industriellen Komplexes in führenden Ländern (Kompetenzerweiterung). Hier liegt die grösste Gefahr für zukünftige Kriege, meiner Ansicht nach.


11) Menschliche Superorganismen (Konzerne usw). stellen jetzt die “Krone der Schöpfung” dar
(siehe Einleitung oben). Hierzu nur eine kurze Anmerkung: was passiert eigentlich, wenn politische Entscheidungen zur Entmachtung solcher Superorganismen führt? Ist das nicht immerhin möglich? Mersch diskutiert dies in “Zügelung der Superorganismen” (Seiten 210ff). Werden dann vielleicht Kulturen inklusive ihrer Sprachen die Rolle übernehmen? Ist das prinzipiell möglich? Wenn ja, dürfte der Mensch sich die Krone zumindest prinzipiell zurückerobern können, weil er –im Gegensatz zu den menschlichen Superorganismen- bewusste Entscheidungen treffen kann. Dass dies durch “das Zusammenwirken vieler Neuronen (Zellen) zustande” kommt, was dann “nach aussen hin” den Eindruck entstehen lässt, “als wollte der Mensch in seiner Gesamtheit beziehungsweise (als System)” etwas, spielt doch kaum eine Rolle. Subjektiv (und objektiv von den anderen) gesehen will er etwas, und man kann sich beim besten Willen nicht vorstellen, das menschliche Superorganismen trotz der vielen sie bildenden Komponenten dies (wie zum Beispiel die Abschaffung des Menschen) als Superorganismen jemals können. (Oder vielleicht doch? Roboter!). – Man könnte einwenden, dass ja auch Unternehmen usw. Entscheidungen treffen; aber es sind ja nicht die Unternehmen sondern die sie leitenden Menschen, die das tun. Oder anders formuliert: während beim Menschen ein Netzwerk unzähliger Neuronen einem einheitlichen, die Handlungen bestimmenden Bewusstsein entspricht (psycho-physischer Parallelismus), gibt es ein solches Bewusstsein der Superorganismen nicht: das Netzwerk der ein Unternehmen bildenden Komponenten ist viel weniger komplex und kann sich jederzeit in seine Komponenten auflösen. Handlungen werden nicht vom Superorganismus sondern von einigen Personen in ihm bestimmt.

Insgesamt und ich wiederhole: Das Buch sollte Pflichtlektüre für Politiker und Wirtschaftswissenschaftler sein, die ihren Horizont über gängige Paradigmen hinaus erweitern wollen. Und nicht nur für Politiker und Wirtschaftswissenschaftler, insbesondere auch für Soziologen, Feministen und Feministinnen, und weitere. Was nicht heissen soll, dass ich mit allem übereinstimme.

The American Enterprise Institute and War on Iran

Tuesday, December 6th, 2011

What are the real reasons for fanning the flames against Iran?

see here:
http://politicalcorrection.org/fpmatters/

Noam Chomsky on the Iranian Threat

Friday, November 25th, 2011

Noam Chomsky, the famous scientist and political analyst, has given a detailed account of the fast developing and very dangerous political situation in the Middle East.

A quote from the article:

“They are gearing up totally for the destruction of Iran,” according to Dan Plesch, director of the Centre for International Studies and Diplomacy at the University of London. “US bombers and long range missiles are ready today to destroy 10,000 targets in Iran in a few hours,” he said. “The firepower of US forces has quadrupled since 2003,” accelerating under Obama.

Full article here:

http://www.aljazeera.com/indepth/opinion/2011/11/20111122142555908626.html

Freedom of Expression and the Hoover Foundation

Tuesday, November 15th, 2011

This may be of interest to people who believe in freedom of expression. I submitted the following comment on an article published in Defining Ideas (Hoover Foundation) titled The End of the Euro. Full article here:
http://www.hoover.org/publications/defining-ideas/article/97181

“The EU, from the beginning, lacked a safe democratic underpinning. A bureaucracy, not responsible to anybody and not elected, is running the affairs. The dominant languages in the Union are English and French, although German is the most widely spoken language in it. People were not asked. Ballast of recent history, in other words the two World Wars. – The number of high officials is ridiculously balanced against Germany/other German speaking countries. Very few EU ambassadors are German, very few high posts in the EU administration are German. On the other hand, Germany contributes most to bailout funds. Is it surprising that the feeling among Germans is widespread that they are not much more than a convenient milk-cow to other European countries? Also widespread is the feeling that Germany is misused by being dragged into various wars, which are without any relevance to the country and for which it has no historical understanding. This may be a consequence of being a member of NATO rather than the EU, but both are, to a degree, linked.

In the long term the EU will only survive if historical inbalances are genuinely addressed.

Klaus Rohde”

This strongly sanitized version was published without my approval:

“The German Gripe
The E.U., from the beginning, lacked a safe democratic underpinning. A bureaucracy, not responsible to anybody and not elected, is running the show. The dominant languages in the Union are English and French, although German is the most widely spoken language in it. Yet, very few E.U. ambassadors are German and very few high posts in the E.U. administration are German. On the other hand, Germany contributes most to the bailout funds. Is it surprising that the feeling among Germans is widespread that they are not much more than a convenient milk-cow to other European countries?
—Klaus Rohde”

I requested the following in protest against the changes:

“The German Gripe

Neither the title of this comment nor the comment itself are by me. The latter is a strongly sanitized version of what I wrote (by omitting important points). It seems to me that comments should be drastically changed only after the author has given her/his approval. Since this has not happened, I wish to request either to publish the comment in its original form or drop it. After all, freedom of expression means exactly this: publish something in the way you wish to. I had the misfortune to live for several years in the former East Germany where freedom of expression did not exist. I learned then that one has to stand up for one’s conviction.

Klaus Rohde”

My comment (or rather its sanitized version) has now been removed by the editor of Defining Ideas.

What is really going on in Iraq

Thursday, August 5th, 2010

Ignore the media spin,

see here:

http://www.guardian.co.uk/commentisfree/cifamerica/2010/aug/04/us-iraq-rebranding-occupation

Don’t be fooled by the media

Wednesday, December 9th, 2009

A few days before the beginning of the Copenhagen conference on climate change, the media are full of reports on supposed falsification of climate data at the University of East Anglia, England. Where did the information come from? Apparently, professional hackers broke into large numbers of emails between climate change researchers and put a selection of those emails on climate skeptic websites, just in time for the conference. Certainly not cheap, who paid the hackers? Have a guess.

Any evidence that there was indeed falsification of data? Not as far as I am aware. But does it matter? The damage is done.

In this context, a number of years back, the media were full of reports on Saddam Hussein’s weapons of mass destruction etc. What were these reports based on? Among the most important pieces of evidence, apparently, were a student essay, and a conversation between passengers which an Iraqi taxi driver overheard and reported two years later. All this comes out again now at the hearings in Britain about the Iraq war. A few million dead! Don’t bother, it all was done in the interest of whom?

For details see: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,665944,00.html

http://www.guardian.co./uk/2009/dec/08/iraq-chilcot-inquiry-scarlett-blair

New evidence Blair misled MPs on Iraq

Thursday, November 26th, 2009

An inquiry into the Iraq war has begun in Britain. An article by Richard Norton-Taylor in the Sydney Morning Herald, November 24, deals with it.

The article claims that evidence will be presented that the “invasion was ill-conceived and preparations were sabotaged by Tony Blair’s government to mislead the public”. Among other things, military commanders were shocked by the lack of preparations and worried that they might be prosecuted for war crimes because they could not protect civilians as outlined in the Geneva convention. – Blair claimed in 2002 that the goal was not regime change but disarmament. – “Deep hostility of British military commanders towards their US allies”, etc.

In the meantime, some press reports have claimed that a full and open inquiry cannot be expected and that it will just be another whitewash.

What is new?

Nobel Peace Prize to President Obama. Why did he get it? Does he deserve it?

Monday, October 12th, 2009

There has been much discussion in the media about the Nobel Peace Prize Committee’s decision to award the prize to President Obama. Here is one view, by MJ Rosenberg, Senior Fellow Media Matters Action Network, October 11, 2009.

http://www.huffingtonpost.com/mj-rosenberg/nobel-prize-means-no-us-o_b_316939.html

Extracts:
Nobel Prize Means No US or Israeli Attack on Iran”

“And that pretty much means that the Iran nuclear issue is going to be resolved diplomatically. Either diplomacy will convince Iran to drop plans for a bomb — if it has such plans. Or else we will accept Iran’s right to a bomb under the same terms and restrictions as the other nuclear armed signatories of the Nuclear Non-Proliferation Treaty.
President Obama was not inclined to attack Iran’s facilities or to allow Israel to do so before winning the Nobel Peace Prize. The early awarding of this prize will only strengthen him in that resolve. The “bomb Iran” option is off the table.”

See my earlier posts on Iran under the relevant categories (Iran/Iraq, Politics, Middle East)

Irankrieg im Kommen?

Monday, July 6th, 2009

In einem Knol habe ich darauf hingewiesen, wie gefährlich es sei, Spieltheorie auf die Lösung internationaler Konflikte anzuwenden, weil es praktisch unmöglich ist, vorrauszusagen, wie der Gegener reagieren wird und welche Konsequenzen zum Beispiel ein Angriff haben wird. Ich habe den Iran als Beispiel benutzt. Siehe hier:

http://knol.google.com/k/klaus-rohde/spieltheorie-nash-gleichgewichte-in/xk923bc3gp4/36#

Es scheint Ernst zu werden, wie ein heute im Spiegel veröffentlichter Artikel zeigt:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,634415,00.html

Auszüge hier:

Israel forciert Pläne für Militärschlag gegen Iran

Am Ende, so die Analyse der Regierung in Jerusalem, kann nur ein Militärschlag Teheran vom Bau der Atombombe abhalten. Die Vorbereitungen dazu laufen auf Hochtouren.

Groß war daher die Hoffnung, die Jerusalem Baradeis designiertem Nachfolger entgegengebrachte. Der Japaner Yukiya Amano machte Karriere im diplomatischen Dienst und wurde schon deshalb in Israel mit Wohlwollen betrachtet, weil er kein Muslim ist und als Japaner “dem Westen” zugerechnet wird.

Umso enttäuschter zeigten sich die Israelis, als nach Amanos Wahl am Donnerstag die erste Wortmeldung des neuen IAEA-Direktors über die Agenturen lief. Auf die Frage, ob er glaube, dass Teheran an einer Atombombe baue, sagte Amano nur: “Ich sehe dafür in offiziellen IAEA-Dokumenten keinerlei Beweise.”

Netanjahu machte bereits bei seinem Amtsantritt in Washington vor eineinhalb Monaten deutlich, dass er die Politik des Dialogs von US-Präsident Barack Obama für einen Fehler hält. Es gelang ihm, Obama das Zugeständnis abzuringen, Verhandlungen würden nicht unbegrenzt ausprobiert, sondern nur “bis Ende des Jahres”. Stolz verwies Netanjahu nach dem Gespräch mit Obama auf diese “Deadline”.

Wie die in Militärfragen stets gut unterrichtete “Sunday Times” berichtet, soll es der israelischen Regierung gelungen sein, die stillschweigende Zustimmung Saudi-Arabiens zu einer Militäroperation bekommen zu haben. Demnach habe der Chef des Mossad, Meir Dagan, aus Riad das Zugeständnis erhalten, für eine solche Operation saudischen Luftraum durchfliegen zu dürfen.

Einen Militärschlag wahrscheinlicher erscheinen lässt auch die Nachricht, dass Washington kürzlich dem Verkauf von F-35-Kampfjets zugestimmt hat. Der moderne Tarnkappenbomber ist in der Lage, in feindlichen Luftraum zu fliegen, ohne vom Radar erfasst zu werden. Ein strategischer Vorteil, der umso schwerer wiegt, wenn es darum geht, Ziele an verschiedenen Orten zu bombardieren.

Warnungen westlicher Diplomaten, ein israelischer Angriff könne einen regionalen Flächenbrand auslösen, schreckt die Verantwortlichen in Jerusalem nur wenig, ebenso die Aussicht auf eine iranische Vergeltung mit Raketen. Zum einen wurde kürzlich mit Hilfe der Amerikaner in der Wüste Negev ein neues Raketenabwehrsystem stationiert. Zum anderen setzt der jüdische Staat auf Abschreckung. Jüngst schickte er – für die ganze Welt sichtbar – ein U-Boot der “Dolphin”-Klasse vom Mittelmeer durch den Suez-Kanal in das Rote Meer.

Vier der zehn Torpedorohre wurden auf Wunsch der Israelis vom deutschen Hersteller so ausgestattet, dass sie auch Raketen mit Nuklearsprengköpfen abschießen können. Für eine solche Drohung seien die Iraner empfänglich, glaubt man in Jerusalem. Schließlich würde Teheran selbst in erster Linie wegen der Abschreckung an der Bombe bauen, sagen die israelischen Militärstrategen, und nicht um sie wirklich einzusetzen.

Soll man die deutsche Firma, die die Torpedorohre zum Feuern von Atomraketen umgebaut hat, als zukünftigen Kriegsverbrecher vormerken?

Wichtig ist auch, dass der neu ernannte Direktor der IAEA, der Japaner Amano, keine Beweise für ein iranisches Atomwaffenprogramm gefunden hat, und das selbst Israel meint: “Schließlich würde Teheran selbst in erster Linie wegen der Abschreckung an der Bombe bauen, sagen die israelischen Militärstrategen, und nicht um sie wirklich einzusetzen.”

US-Präsident verweigert Israel Erlaubnis für Angriff auf Iran

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,634852,00.html
Verwirrende Signale aus der US-Regierung: Barack Obama hat seinen Stellvertreter Joe Biden öffentlich zurückgepfiffen. Washington werde einen israelischen Angriff auf Irans Atomanlagen nicht dulden, stellte der US-Präsident klar. Sein Vize hatte zuvor eine andere Linie vertreten.

Rod Blagojevich, Bernard Madoff, Dreier L.L.P and Iraq

Monday, December 15th, 2008

I have been busy with scientific work over the last week or so, but yesterday I looked at some news items and came across these:

Rod Blagojevich, the governor of Illinois, indicted for trying to sell Obama’s Senate seat for personal gain, Bernard Madoff, the US financial guru and former Nasdaq chairman, released on bail after having been arrested earlier for decades-long fraud leading to the disappearance of nobody knows how much but estimated at around US$50 billion, US$120 billion spent for reconstruction  in Iraq without much success, and – such a small item that it is hardly worth mentioning – fraudulent loss of at least US$35 million by Dreier L.L.P.

In this context, the following excerpts from the autobiography of Alan Greenspan, the former Chairman of the Federal Reserve: “The Age of Turbulence” 2007, page 431, may be of interest. He writes: “Indeed, very few regulators of my acquaintance can give me examples of fraud and embezzlement unearthed by anyone other than a whistleblower.” …… “But in truth, there is no way for an audit committee, new or old, to uncover wrongdoing short of deploying a vast army of investigators who would smother the firm with costly oversight that would likely stifle corporate risk taking and ultimately threaten the viability of the company.”

So, risk taking should not be stifled! We are just experiencing the consequences of excessive risk taking. I wonder whether Greenspan would have written this now, after the big crash has occurred and is occurring.

I recommend to read  E.F. Schumacher’s (1973) classic : “Small is Beautiful. A Study of Economics as if People Mattered”. He traces many of our present problems (in 1973 bad enough, but much worse now, because nobody listened) to our “materialistic” philosophy of life, leading to an over-emphasis on large size and simply greed. Among other things, he suggests that personal ownership of means of production is really justified only if the owner actively participates in the production process, and should be restricted to relatively small enterprises (a few 100 people).

If you want evidence for greed and the disastrous effects, consider the present financial crisis with millions losing their jobs, and look at the  smallest fish of the few examples mentioned above, Dreier:

according to the N. Y. Times 14.12.08: “Their health insurance is in default and the firm will not be able to make its $2.6 million payroll on Monday, lawyers there say.” However, “Mr. Dreier’s lifestyle includes a waterfront home in the Hamptons, a Manhattan triplex and a place on Ocean Avenue in Santa Monica, Calif. He kept a Mercedes 500 in New York, an Aston Martin in California, and a 121-foot blue and white Heesen motor yacht with a Jacuzzi and a crew of 10 docked in Manhattan or St. Maarten. Associates said the boat, the Seascape, was the site of late-night parties at which Mr. Dreier, who is divorced, was often joined by an attractive young crowd.The law offices themselves at 499 Park Avenue were like modern art galleries. In court papers filed this week, the comptroller for the law firm reported that $30 million to $40 million of the firm’s assets had been spent on art. Among Mr. Dreier’s holdings were works by Picasso and a Warhol depiction of Jacqueline Kennedy Onassis.””