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Durchbruch in Gaza

Hier sind einige Auszüge eines Artikels aus Spiegel online, 26 January 2008. Der ungekürzte Artikel ist hier zu finden.

Abstract: Henryk Broder suggests that the forced opening of the Gaza-Egypt border may be just a test by Hamas for a later forced opening of the Israel-Palestine border.

PALÃSTINENSER-EXODUS AUS GAZA
Der Probelauf der Hamas
Von Henryk M. Broder
Mit dem Palästinenser-Exodus aus Gaza steht es 3:0 für die Hamas: Israel ist ratlos, Ägypten blamiert, und eine Gang, die sich vor einem halben Jahr mit Waffengewalt an die Macht geputscht hat, lehrt die Welt das Grausen.

“Und nun hat die Hamas die Grenzanlagen zwischen dem Gaza-Streifen und Ägypten plattgemacht, und die Welt schaut beeindruckt zu: Keine schlechte Leistung für eine “Regierung”, die nicht in der Lage ist, die eigene Bevölkerung mit dem Nötigsten zu versorgen, aber genug Schweissbrenner, Sprengstoff und schwere Baumaschinen hat, um einen Wall aus Stahlplatten einzureissen.
Hiess es anfangs in den Nachrichten, es seien an einigen Stellen “Löcher” in den Grenzzaun gesprengt worden, so weiss man es inzwischen besser. Die Aktion wurde von langer Hand systematisch vorbereitet und mit grosser Präzision ausgeführt, ohne dass die oberschlauen Israels etwas gemerkt oder die auf der anderen Seite der Grenze herumlungernden Ägypter etwas unternommen hätten.

Die vielen Palästinenser, die dann “spontan” über die Grenze strömten, waren nur die glücklichen Statisten in einer Inszenierung, mit der die Hamas beweisen wollte, dass sie eine “Krise” in Gang setzen kann, wann immer sie will.”

‘Wahrscheinlicher ist ein anderes Szenario: Der Durchmarsch nach Ägypten war nur der Probelauf für ein grösseres Vorhaben. Was passiert, wenn die Hamas eine halbe Million Gaza-Palästinenser an der Grenze zu Israel aufmarschieren lässt, die leichter zu überwinden ist? Ein Alptraum, den der Allmächtige verhindern möge.”

Herr Broder macht keine vernünftigen Vorschläge, wie das Problem zu lösen sei. Ist es vielleicht Zeit, dass sich Israel um eine ernsthafte Lösung nicht nur der Situation in Gaza, sondern der Situation im Westjordanland und den Golanhöhen sowie um eine Lösung der palästinensischen Flüchtlingsfrage bemüht? Israel ist der zur Zeit bei weitem mächtigste “Partner” (sowohl militärisch als auch wirtschaftlich) und hat daher die besseren Möglichkeiten und die grössere Verantwortung für eine Beilegung des Konflikts. Sollte der erste Schritt ein Halt des weiteren Ausbaues der illegalen Siedlungen im Westjordanland und die Zurücknahme der bereits gebauten sein? Ferner: eine ganze Reihe prominenter Israelis, Politiker, Künstler und Wissenschaftler, haben sich für eine Aufnahme von Verhandlungen mit der Hamas ausgesprochen. Sollte man ihrem Rat folgen? Immerhin ist die “Gang” (in Broders Worten) demokratisch gewählt worden.

Die Palästinenser in Gaza leben in einem riesigen Gefängnis, die palästinensischen Flüchtlinge im Libanon nicht viel bessser. Wen soll es wundern, dass der Dampfkochtopf explodiert, wenn der Druck zu gross wird, wie es jetzt gerade in Gaza passierte? Wen soll es wundern, wenn das gleiche an der Grenze zwischen den Palästinensergebieten und Israel passiert. Eine letzte Warnung?

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