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Archive for November, 2011

Noam Chomsky on the Iranian Threat

Friday, November 25th, 2011

Noam Chomsky, the famous scientist and political analyst, has given a detailed account of the fast developing and very dangerous political situation in the Middle East.

A quote from the article:

“They are gearing up totally for the destruction of Iran,” according to Dan Plesch, director of the Centre for International Studies and Diplomacy at the University of London. “US bombers and long range missiles are ready today to destroy 10,000 targets in Iran in a few hours,” he said. “The firepower of US forces has quadrupled since 2003,” accelerating under Obama.

Full article here:

http://www.aljazeera.com/indepth/opinion/2011/11/20111122142555908626.html

Die deutsche Sprache und Universität heute

Tuesday, November 15th, 2011

Bei einem kürzlichen, zwei-monatigen Besuch in Deutschland (August/September 2011) besuchten meine Frau und ich Frankfurt, Würzburg, Berlin, Hamburg, Lüneburg, Bremen, Büsum, Münster, Osnabrück und Paderborn, und das jeweilige Umland. Mein Eindruck: beeindruckender Wohlstand, aktives kulturelles Leben (Konzerte, Opern, Theater, obwohl während unserers Aufenthaltes Theaterpause war und unsere Informationen daher auf Theaterprogrammen beruhten). Aber auch: Verlotterung der Sprache (unglauliches Überhandnehmen anglizierten Jargons) auf Reklamen, vor Geschäften usw..

Weit wichtiger ist jedoch, wie die deutsche Sprache an den Universitäten behandelt wird. Bei Besuchen in Insituten der Universität Münster viel mir auf, dass Kurse zum Teil auf Englisch angekündigt werden. Ein deutscher Professor, dem ein Ehrendoktor an einer anderen deutschen Universität verliehen werden sollte, sagte mir, dass er aufgefordert worden sei, seine Vorlesung zu diesem Anlass auf Englisch zu halten, obwohl man wohl annehmen darf, dass die meisten Zuhörer deutsch sind. Wer macht diese Regeln? Und was ist ihr Zweck? Steht dahinter vielleicht die Absicht, die tradionelle Stelluhg der Professoren in einem archaischen System zu sichern? Wie von Professor Caspar Hirschi, einem schweizer Wissenschaftler, der an der ETH (Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich) auf dem Gebiet der Wissenschaftsgeschichte lehrt und forscht, unten ausgeführt, ist Deutschland nur auf einem Gebiet noch führend, und zwar ist es Exportweltmeister junger Wissenschaftler, die im Überschuss produziert werden und nur im Ausland eine Zukunftschance haben. Man eportiert also Expertise auf Kosten des eigenen Landes, mit auf lange Sicht fatalen Konsequenzen.

Hier jedoch ein kurzer Abriss von Hirschis Thesen, beruhend auf einem Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 9.3.2011.

Caspar Hirschi beginnt damit, Annette Schavan , die Bundesministerin für Forschung und Wissenschaft lächerlich zu machen, die behauptet habe, dass das deutsche Wissenschaftssystem so effizient wie kein zweites in der Welt sei. Er weist darauf hin, dass es wissenschaftliche Untersuchungen zur Effizienz von Staaten gäbe, In solchen Untersuchungen liegt Deutschland hinter den USA, Grossbritannien, Kanada, der Schweiz, Schweden und Israel. Die deutsche Effizienz ist etwa so hoch wie die Österreichs und Frankreichs. Nur in der Physik und in den Ingenieurswissenschaften erreiche Deutschland noch Spitzenwerte,; in einer “Sparte” besitze Deutschland allerdings eine “weltweit nicht erreichte Effizienz, nämlich in der Überschussproduktion junger Wissenschaftler.” Deutschland sei da “Exportweltmeister”. Hirschi bespricht die historischen und kulturellen Hintergründe dieser Entwicklung, darunter die immer noch “bildungsbürgerlichen Verehrung für Geistesakrobatik im Allgemeinen und für Forschung im Besonderen”. “In kaum einen anderen westlichen Land sind das Ansehen der Wissenschaft und das Prestige von Professoren so hoch wie in Deutschland”. Dadurch ist es einerseits relativ leicht, junge Leute ins Studium der Wissenschaften zu ziehen, andererseits führte es zum Überleben sklerotischer Strukturen, vor allem der “ Konzentration der akademischen Macht bei einer kleinen Minderheit unbefristet angestellter Professoren (etwa 10% der Wissenschaftler). Die meisten der anderen haben befristete Verträge und arbeiten unter Professoren. In anderen Worten, wenn junge Wissenschaftler es nicht schaffen aufzusteigen, bevor sie zwischen vierzig und fünfzig sind, müsen sie ins Ausland abwandern, wenn sie nicht “in Armut absinken wollen. – Die deutsche “Forschungsbürokratie” steht im Dienst des “professoralen Grössenwettbewerbs”, gefördert durch die Gründung der “Sonderforschungsbereiche 1968 und der Exzellenzinitiative (2005). Vor allem in den Geisteswissenschaften wirkt sich dies dahin aus, dass grosse Geldmittel in Peronalstellen gesteckt werden. Die in den Geisteswissenschaften übliche Verbundforschung arbeitet ohne “präzise Problemstellung”, “konkrete Kooperationsform” und “klare Erkenntnisziele”. Infolgedessen kreisen gewaltige Wissenschaftlerschwärme”in projektteilig inszenierten Formationen um “Allgemeinbegriffe.” Nicht wissenschaftliche Erkenntnisse, sondern “personeller Umfang” dient als Leistungsnachweis. “Bewertung erfolgt nicht nach, sondern vor der erbrachten Forschungsleistung”. – Die Zahl der Mitarbeiterstellen ist zwischen 2003 und 2009 um 33% gestiegen, die der Professoren um nur 2%. “Selbst der Wissenschaftsrat räumt ein, dass die meisten Mitarbeiter an deutschen Universitäten keine Zukunft haben”. “Eine umfassende Strukturreform der deutschen Universität wird….nie aus Professorengremien heraus erfolgen”. – Im Gegensatz zu den deutschen Verhältnissen sind in Grossbritannien und den USA mehr als die Hälfte hauptberuflicher Wissenschaftler auf unbefristeten und unabhängigen Stellen”, und jeder kann sich nach erfolgreicher Promotion bewerben.

Vorschläge von Hirschi: die meisten Ordinariate samt Mitarbeitern bei der Emeritierung auflösen und “je nach Grösse in zwei oder mehrere unbefristete und unabhängige Lehr- und Forschungsstellen umwandeln. Jede Stelle nach der “Pensionierung wieder auf die Ausgabngsposition zurückstufen”. Evaluationsverfahren auf die Forschungsergebnisse verschieben.—Dies würde die Überschussproduktion von Wissenschatlern beenden, die Hierarchien abflachen, die Patronageabhängigkeiten reduzieren “und junge Wisenschaftler könnten sich den Luxus leisten, ohne Gefahr originelle Würfe zu landen”.

Diese Ausführungen Hirschis decken sich im Detail mit dem, was ich in einem langen Brief an das Kultusministerieum in NRW schon in den sechzigern schrieb: eine Reformierung der morroden deutschen Universitätssystem sei aus Kreisen der Professoren nicht zu erwarten, enorme Mittel würden verschleudert, weil junge Wissenschaftler in korrumpierenden Abhängigkeitsverhälnissen ständen und sich nicht frei entefalten könnten. Die Habilitation sei nicht viel mehr, als junge Leute so lange wir möglich abhängig zu halten. – An meiner Universität in Australien gibt es eine ganze Reihe junger deutscher Wissenschaftler, die wahrscheinlich nicht gekommen wären, wenn sie in Deutschland eine entsprechende Stelle gefunden hätten.

Darüber hinaus, Deutschland hängt kritisch von der Qualität seiner Wissenschaft ab. Der laufende Export der besten verschiebt diese Vorteil, in anderen Worten, das deutsche Wissenschaftssystem , das vom deutschen Steuerzahler bezahlt wird, trägt aktiv dazu bei, den Exportvorteil in Ausland zu verlagern.

Kann man auf Rettung hoffen? Sicherlich wird sie nicht aus der Ecke der Professoren kommen, die vor allem darauf bedacht sind, ihre Vorrechte und Vormachtstellung zu sichern.

Um auf die Sprache zurückzukommen: die Einführung des Englischen als Unterrichtssprache in Masterkursen usw. ist nur eine Komponente unter verschiedenen Techniken, junge Leute später ins Ausland abzuschieben.

Allerdings: das Englische ist ohne Zweifel im Augenblick die dominierende Wissenschaftssprache, und man muss auf Englisch publizieren, um anerkannt zu werden (ganz abgesehen davon, dass man kaum noch Zeitschriften findet, die deutsche Arbeiten veröffentlichen). Damit zusammenhängend ist es sinnvoll, in fortgeschrittenen Forschungsgruppen auf Englisch zu kommunizieren. Jedoch sollte auf jeden Fall verhindert werden, dass das Deutsche als Unterrichtssprache verdrängt wird. Die Sprache ist die “Seele eines Volkes”. Und ich schliesse mit einer Erfahrung, die ich in Santa Fe, Neu Mexico, USA machte:

Ein Navajo-Indianischer Geistlicher hielt einen Vortrag in Santa Fe, Neu Mexico:

Als Kind sei er von seinen Eltern getrennt worden. Es wurde ihm verboten, die Navajosprache zu sprechen. Er verlernte seine eigene Sprache und konnte sich, nach der Rückkehr in die Heimat, nicht mehr mit seinen eigenen Eltern verständigen. Er lernte Navajo jedoch wieder, denn die Sprache ist, wie er sagte, “die Seele des Volkes”. Auf eine Frage einer Zuhörerin, ob man seine Identität nicht auch ohne die Sprache bewaren könne, antwortete er, nein, das sei nicht möglich. Die Sprache sei das entscheidende. – Die gleiche Situation übrigens in Australien, Aboriginals wurden in grossem Rahmen von ihren Eltern getrennt und gezwungen, Englisch als einzige Sprache zu lernen (“Lost generation”).

Vielleicht sollten die Deutschen von den Indianern lernen. Seid stolz auf Eure Sprache. Und daneben, bewahrt Euren Respekt vor der Wissenschaft. Vergesst aber nicht, dass das nicht synonym mit Respekt vor den Professoren ist. – Und dies ist sehr wichtig: man wird wahrscheinlich nicht ewig ein Spitzenlicht im Wohlstand sein. China, Indien, Brasilien usw.usw. holen rasch auf. Wie will man sich dann definieren? Was macht das Deutsche aus ? Man muss sich wieder mehr auf die Kultur und hier insbesondere auch auf die Sprache besinnen.
Hierzu: http://knol.google.com/k/klaus-rohde/warum-deutsche-knols-deutsch-als/xk923bc3gp4/23#

Freedom of Expression and the Hoover Foundation

Tuesday, November 15th, 2011

This may be of interest to people who believe in freedom of expression. I submitted the following comment on an article published in Defining Ideas (Hoover Foundation) titled The End of the Euro. Full article here:
http://www.hoover.org/publications/defining-ideas/article/97181

“The EU, from the beginning, lacked a safe democratic underpinning. A bureaucracy, not responsible to anybody and not elected, is running the affairs. The dominant languages in the Union are English and French, although German is the most widely spoken language in it. People were not asked. Ballast of recent history, in other words the two World Wars. – The number of high officials is ridiculously balanced against Germany/other German speaking countries. Very few EU ambassadors are German, very few high posts in the EU administration are German. On the other hand, Germany contributes most to bailout funds. Is it surprising that the feeling among Germans is widespread that they are not much more than a convenient milk-cow to other European countries? Also widespread is the feeling that Germany is misused by being dragged into various wars, which are without any relevance to the country and for which it has no historical understanding. This may be a consequence of being a member of NATO rather than the EU, but both are, to a degree, linked.

In the long term the EU will only survive if historical inbalances are genuinely addressed.

Klaus Rohde”

This strongly sanitized version was published without my approval:

“The German Gripe
The E.U., from the beginning, lacked a safe democratic underpinning. A bureaucracy, not responsible to anybody and not elected, is running the show. The dominant languages in the Union are English and French, although German is the most widely spoken language in it. Yet, very few E.U. ambassadors are German and very few high posts in the E.U. administration are German. On the other hand, Germany contributes most to the bailout funds. Is it surprising that the feeling among Germans is widespread that they are not much more than a convenient milk-cow to other European countries?
—Klaus Rohde”

I requested the following in protest against the changes:

“The German Gripe

Neither the title of this comment nor the comment itself are by me. The latter is a strongly sanitized version of what I wrote (by omitting important points). It seems to me that comments should be drastically changed only after the author has given her/his approval. Since this has not happened, I wish to request either to publish the comment in its original form or drop it. After all, freedom of expression means exactly this: publish something in the way you wish to. I had the misfortune to live for several years in the former East Germany where freedom of expression did not exist. I learned then that one has to stand up for one’s conviction.

Klaus Rohde”

My comment (or rather its sanitized version) has now been removed by the editor of Defining Ideas.